Wie es klappen kann, zeige ich dir in diesem Beitrag.
Optimale Rahmenbedingungen
Die Rahmenbedingungen sollten möglichst optimal sein! Perfekt gibt es grundsätzlich nicht, da unser Leben zu chaotisch ist. Zu den Rahmenbedingungen gehören mitunter ein altersgerechter Alltag, passende Wachzeiten für das Kind und eine gewisse Routine vor dem Zubettgehen. Außerdem sollte dein Kind gesund sein, keine Schmerzen haben oder aktiv zahnen. Entwicklungsschübe sind meistens auch ein ungünstiger Zeitpunkt für Veränderungen. Auf viele Punkte können wir aktiv Einfluss nehmen.
Individuelle Gegebenheiten
Wir können aber nicht alles beeinflussen! Jedes Kind, jede Mama und jeder Familienalltag ist anders! Es gibt sehr sensible und reizempfindliche Kinder. Sie sind im Alltag schneller überreizt und manche reagieren sehr sensibel auf jede Veränderung. Diese Babys weinen oft schneller, weshalb man hier besonders viel Zeit, Ruhe und Geduld bei einer Veränderung im Schlaf mitbringen muss. Wir sprechen hier im Idealfall von wenigen Tagen, es können aber auch mehrere Wochen sein, bis der Versuch einer Veränderung überhaupt angenommen wird! Manche Mamas können aus unterschiedlichen Gründen nicht so lange warten und das ist okay! Lass dein Kind bitte niemals alleine und sitz nicht tatenlos daneben. In einer Beratung erfährst du, wie du mit den Tränen umgehen und dein Kind trotz Tränen sicher durch die Veränderung begleiten kannst.
Eine Basis schaffen
Zeit und Geduld sind deine Basis. Die Akzeptanz, dass hier möglicherweise keine schnellen Erfolge zu erwarten sind, hilft dir in deiner inneren Haltung. Vielleicht siehst du nach wenigen Tagen die ersten Erfolge. Vielleicht dauert es aber auch mehrere Wochen.
Die meisten Eltern probieren etwas Neues aus und es klappt nicht, das Baby beginnt zu weinen. Sie sind demotiviert, verlieren den Glauben an die Veränderung. Du musst Geduld mitbringen. Wenn dein Kind zu weinen beginnt, pausierst du und beruhigst. Dann startest du erneut, entweder direkt oder bei der nächsten Einschlafbegleitung. Tag für Tag. Bis dein Kind bereit ist und es klappt.
Deinem Kind hilft es, wenn du bereits VOR Beginn der Veränderung eine Übergangsbrücke etablierst. Übergangsbrücken sind parallel zur bisherigen Einschlafbegleitung und sorgen dafür, dass die Veränderung als weniger “plötzlich” und “groß” vom Kind wahrgenommen wird.
Es gibt verschiedene Wege
Ein Beispiel:
Du musst aktuell zu jeder Einschlafbegleitung auf dem Pezziball hüpfen. Du möchtest dein Baby aber lieber kuschelnd im Bett in den Schlaf begleiten.
Ein Weg, der sehr wahrscheinlich für Tränen sorgt:
Du verbannst den Pezziball sofort, trägst dein Kind oder startest direkt mit dem Kuscheln im Bett. Dein Baby wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weinen!
Es gibt leider Situationen im Leben, da geht es nicht anders. Da braucht die Mama eine schnelle Veränderung. Einen solchen Fall hatte ich mit einer chronisch kranken Mama, die nur unter schlimmsten Schmerzen auf dem Pezziball hüpfen konnte. Der Pezziball musste ganz schnell weg. Der richtige Umgang mit den Tränen ist hier entscheidend, die Mama wurde entsprechend gecoacht.
Der sanfte Stufenprozess
Vorgehen für einen (in den meisten Fällen)
Tränenfreien Weg:
Du unterteilst dein Ziel (Kuscheln im Bett) in mehrere Zwischenziele. Step-by-Step. Vom Pezziball zu kuschelnd im Bett sind es etwa 8-12 Schritte, je nachdem, wie gut dein Baby auf die Veränderung reagiert. Schritt 1 (= Übergangsbrücke) dauert mind. 14 Tage, Schritt 2 ist meistens am schwierigsten zu meistern und kann zwischen 5 Tagen bis 6 Wochen + dauern (z. B. bei High Need und Hochsensiblen). Jeder weitere Schritt sollte für mind. 3-5 Tage in Folge klappen, bevor man zum nächsten Schritt geht. Du siehst, es ist ein Prozess, der oft viel Geduld erfordert und Zeit in Anspruch nimmt. Ich bevorzuge dieses Vorgehen grundsätzlich.
Veränderungen in der Nacht
Besonders die Nächte sind für die meisten Mamas anstrengend und hier ist der Wunsch nach einer Veränderung am größten. Bei unruhigen Nächten prüft man zuerst die gesamte Tagesstruktur und stellt sicher, dass alles möglichst babygerecht gestaltet ist.
Dauernuckeln ist z.B. oft eine Folge von Reizen am Tag. Es kann aber auch eine Gewohnheit sein und dein Kind nutzt die Brust als Weiterschlafhilfe. Gar nicht schlimm und ein natürliches Verhalten eines Säuglings! Wenn du dir hier eine Veränderung wünschst, solltest du diese zunächst am Tag angehen. Weiterschlafen ohne Brust sollte beim Tagschlaf in mehreren Schritten etabliert werden, ehe man es auf die Nacht überträgt. Natürlich nur, sofern du tagsüber die Möglichkeit dazu hast. Plötzliche Veränderungen in der Nacht führen oft dazu, dass ein Baby zu weinen beginnt. Ist ja auch logisch, dein Kind ist im Halbschlaf. Da fühlt man sich eben schnell überrumpelt.
Stufenprozess für alle Fälle
Dieses mehrstufige Vorgehen kann bei jeder Veränderung der Schlafgewohnheiten zum Einsatz kommen. Egal ob Dauernuckeln aus Gewohnheit, Einschlafstillen oder Tragen durch Kuscheln ersetzen, Pezziball / Kinderwagen / Trage / Federwiege entwöhnen. Das gilt auch für das mamageführte Abstillen!
Ich arbeite in Beratungen ausschließlich mit sanften, mehrstufigen Prozessen. Ich erkläre den Eltern aber auch, wie der korrekte Umgang mit den Tränen aussieht, sollte es eben doch passieren, dass ein Kind zu weinen beginnt.
Sollten Eltern in Ausnahmefällen keine Möglichkeit für den mehrstufigen Prozess haben, dann finden wir immer eine passende Lösung, im Sinne der Eltern-Kind-Bindung!
Du musst auch keine Angst vor den Tränen haben! Sie können trotz aller Bemühungen auftreten. Entscheidend ist immer dein Umgang, deine Haltung.
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